ART NEWS

New York , June 1976
Daniel Lifschitz (Touchstone): Lifschitz’s 60 pastels form a scintillating first one-man show. Heir cumulative impact is powerful enough to erase all suggestion that pastel is an over-delicate weakling among art media; Lifschitz reminds us that since Degas one can not longer think that way about pastel. The Italian artist Morandi was an early influence on
Lifschitz, but at this stage the influence of Degas and Whistler is much more palpable in his work. Though brilliantly colored pastel compositions punctuate his oeuvre ( such as On the Beach), Lifschitz frequently will restrict a series of compositions to greys (the Nocturnes of the late 1960s and early ‘70s), and has most recently found white a fascinating and rewarding colour (Winter Landscape, 1976).
Refusing to let even the length of a pastelstick intervene between his hand and the paper, the artist rubs the sides of the stick flat into his favourite black paper and achieves what he describes as a “velouté”, a velvetly texture that lends itself well to the creation of the mood Lifschitz seeks in his remembered Landscapes, interiors, and even still lives.
Such reliance on memory is a tremendous asset in his work, sharpening and clarifying the formal relationships: in a still live with a lemon and banjo the artist has achieved the ideal of abstractions - one actually forgets the original motifs, despite their continued presence, and is inundated with the piece’s formal and colouristic perfection.

Margaret Betz


"LA STAMPA - 11/4/2008
Un migrante tra pittura e salmi.
L'autobiografia di Daniel Lifschitz, nato da famiglia ebraica a Berna nel 1937, giovane comunista sionista, convertitosi al cattolicesimo

Vi è chi ha colto nel XIX secolo una svolta epocale in virtù della quale la maggior parte delle persone non ha più potuto contare su un paio di certezze che avevano caratterizzato per alcuni secoli le generazioni precedenti: quella di morire nel proprio borgo natale e quella di esercitare lo stesso mestiere del proprio genitore.

Di certo oggi ci appare accentuato un dato che in realtà non è mai stato del tutto assente dall'esperienza umana: le nostre esistenze attraversano a volte stagioni mutevoli, periodi in cui sembrano smarrirsi certezze acquisite, svolte che rimettono in gioco orientamenti e tendenze, episodi che contraddicono noi stessi e le scelte di cui più ci credevamo convinti.

Non è sempre facile ritrovare il filo rosso che attraversa un'esistenza, anche perché a volte non si tratta di un filo ma di un intreccio di tessuti diversi, apparentemente incompatibili; eppure ciascuno di noi sa di essere più grande dell'insieme degli eventi che lo hanno condizionato, delle opere che è riuscito a realizzare, degli errori commessi e delle virtù mortificate: ogni essere umano vale più delle vittorie e delle sconfitte conosciute nella sua lotta quotidiana per un'esistenza degna di tal nome.

Chi volesse accostarsi a una vicenda esemplare in questo senso potrebbe leggere l'autobiografia in due volumi di Daniel Lifschitz (Dio sceglie l'immondizia. Storia di un ebreo cattolico e L'immondizia ama Dio. Storia di un cattolico ebreo, Parva, pp. 240 e pp. 224, e 12 al volume). Nato a Berna da famiglia ebraica nel 1937, giovane comunista sionista, battezzato cattolico nel 1966, aspirante cittadino israeliano, evangelizzatore itinerante nel cammino neocatecumenale poi abbandonato, pittore, esegeta, scrittore e autore di teatro, Lifschitz è un «migrante» per sorte divenuta vocazione che, a mio giudizio, ha trovato due approdi sicuri e pacificanti nella sua esistenza, due luoghi in cui le sue mescolanze eterogenee hanno potuto armonizzarsi: la pittura e l'interpretazione dei salmi.

I suoi pastelli che privilegiano l'amore dei chassidim per la Torah e per la vita, capaci di sfumare una realtà illuminata da una luce «altra», sembrano indicare la faticosa chiarezza che si fa strada nelle nostre vite; così come la sua lettura dei salmi, nutrita ma non condizionata dalle vicende personali, li restituisce alla loro qualità sorgiva: lodi, invocazioni, grida di creature umane che sgorgano dal vissuto tragico e gioioso dell'esistenza per divenire parola rivolta da Dio stesso all'uomo.

Non è mai dato di discernere con nettezza chi parla e chi ascolta in quei canti che popolano da millenni la preghiera di Israele e della chiesa; in essi è dato invece come dono prezioso di assumere consapevolezza che il dialogo è possibile anche nelle situazioni più disperate, che sempre vi sono orecchie e cuore pronti all'ascolto, così come sempre vi sono labbra che parlano, anche nel silenzio più angosciato.

Enzo Bianchi


LEBENSBILDER
Menschen und Dinge im mystischen Licht

Daniel Lifschitz besitzt die Gabe, den Geist der Dinge zu offenbaren - und das nicht nur mit Pinsel und Pastellkreide. Ein Porträt des Künstlers und Schriftstellers.

Ein schlanker und grauhaariger Herr. Er formuliert druckreif, in mehreren Sprachen. Gespräche mit ihm dümplen nicht lange auf dem Meer unverbindlicher Höflichkeit dahin. Er macht sich Gedanken über unsere zerrissene Zeit. Heute leben wir sicher den individuellsten Moment der Menschheitsgeschichte, sagt Daniel Lifschitz. In früheren Epochen haben Künstler zusammengearbeitet, und ihre Persönlichkeit bildete sich innerhalb eines gemeinsamen Stils heraus. (...) Heute gilt nur noch die Einzelpersönlichkeit, die Individualität, die herausragt, die sich von anderen abgrenzt.

Farben der Stille. Wer sein Ruvre kennt, identifiziert Lifschitz-Gemälde auf den ersten Blick. In Landschaftsbildern, Stilleben und religiösen Szenen variiert er seinen spätimpressionistischen Stil. Seine schimmernden Pastellgemälde wecken Assoziationen an Degas, zumeist ohne ins Lieblich abzugleiten - nur bei seinen Blumenbildern läßt er bezaubernde Schönheit gelten. Er benutzt mit Vorliebe Farben, die Stille transportieren. Seine Szenen, gemalt mit Pastellkreide auf schwarzen Karton, suggerieren mehr, als sie zeigen. Die aufhellenden Striche deuten vage auf die Anwesenheit von etwas Übernatürlichem - für den strahlenden Lichteinfall läßt er vorsichtig Kreidestaub auf den Karton rieseln. Daß ich Lifschitz bin, kommt natürlich durch alles, was ich erlebt, gearbeitet und auch gelitten habe.

Mäandern des Lebens. Eine denkwürdige Entwicklung, wollte er doch nie Maler werden. Daniel Lifschitz, als Sohn einer jüdischen Familie 1937 in Bern geboren, begann in der Schulzeit, von seinem Taschengeld römische Münzen zu sammeln und systematisch eine Antikensammlung aufzubauen. In Bern und Genf studierte er dann Archäologie, bis er sich als 23jähriger entschloß, nach Israel zu gehen und in einem Kibbuz in Nir David zu leben. Angefüllt mit marxistischen Idealen, gründete der junge Mann dort in der Nähe vom Sachne National Park das Museum für Archäologie des Mittelmeerraumes. Seine tausend jüdischen, griechischen und römischen Münzen, Terrakotten und Reliefs wurden Museumsstiftung.

Erfolg. Daniel Lifschitz, der aus großbürgerlichen Verhältnissen stammende Intellektuelle, tat sich allerdings schwer mit dem Alltag im Kibbuz. Und als das Museum stand, brachen seine Ideale vom einfachen Leben in einer sozialistischen Gemeinschaft zusammen. Er ging auf spirituelle Suche, zunächst nach Osten, kehrte aber nach einem Aufenthalt in Indien nach Europa zurück.

Da er nach dem Abbruch des Archäologiestudiums ohne Beruf war, besann er sich auf seine Fähigkeiten, mit denen er seine Sammlung zusammengetragen hatte: Er wurde Kunsthändler. Der materielle Erfolg, der es ihm ermöglichte, ein großes Haus auf Patmos zu kaufen, konnte jedoch eine gewisse Leere nicht überdecken. Als er während eines Aufenthaltes bei seinem Bruder am Genfer See erkrankte und zugleich durch einen schweren Vertrauensbruch - eine bildschöne Frankfurter Gärtnerin, in die er sehr verliebt war, hatte ihm antiken Schmuck gestohlen - in eine seelische Krise stürzte, war er völlig zerstört.

Mystisches Erlebnis. In dieser Situation nun stellte er sich an die Staffelei seines Bruders - aus einem Spiel mit Goldgelb und Preußischblau entwickelte sich ein leuchtender Christus. Plötzlich hatte er ein mystisches Erlebnis, fühlte sich geliebt und wußte, er hat ein neues Ziel. Lifschitz kehrte nach Patmos zurück, machte ein Jahr lang nichts anderes als malen. Anfänglich in der Art von Paul Klee, dann, fasziniert von der Technik Degas , mit Pastellkreide. Er kehrte in die Schweiz zurück, nahm zwei Monate Unterricht an der Ecole des Beaux Arts in Lausanne, machte als 25jähriger seine erste Ausstellung.

Die Bewunderung für den italienischen Maler Piero della Francesca führte ihn zunächst nach Arezzo. Seine nächste Station wurde Cortona. Er mietete sich dort Haus und Atelier an, begann wie besessen mit Ölfarbe und Spachtel zu arbeiten. Nach kurzer Zeit war der große Raum voller Farbflecke. Ich habe ein Problem, gibt Lifschitz lächelnd zu, ich bin sehr unordentlich. Das Atelier wurde ihm gekündigt. Auf der Suche nach einem neuen Raum, fragte Lifschitz bei den Franziskanern im Heiligtum der Margerita nach. Ich sagte ihnen, ich sei Jude. Man sagte mir, das sei gleich, und stellte mir gratis eine Teil des Kreuzgangs zur Verfügung. Dort habe ich dann gearbeitet, und es war der Anfang meines heutigen Stils.

Klosterzeit und Glaube. Lifschitz lernt in Cortona nicht nur, seinen Pastellkreidebildern einen geheimnisvollen Schimmer zu geben, er nähert sich auch mehr und mehr dem Christentum. 1966 konvertiert er zum katholischen Glauben. Nach Erfahrungen klösterlichen Lebens in Monteveglio bei Bologna und Jerusalem läßt er sich in Palermo nieder, wo er seit 1974 mit seiner Familie lebt. Lifschitz bekundet, daß die religiöse Thematik sich in jener Klosterzeit entwickelte, zu den chassidischen Motiven kam er erst zu Beginn der 80er Jahre. Damals war ich mit meiner Frau und meinen fünf Kindern auf dem neokatechumenalen Weg, einer internationalen Laienbewegung von heute etwa einer halben Millionen Menschen, (...).

In dieser Gemeinschaft werden die Psalmen studiert, und da ich unzufrieden war mit der Art, wie die Psalmen erforscht wurden, habe ich in Amerika angefangen, mich mit jüdischen Kommentaren zu beschäftigen. Für Psalm 34 habe ich dann versucht, einmal alles zusammenzutragen, die christlichen und jüdischen Kommentare, die aramäischen und altgriechischen Übersetzungen - heraus kam ein Buch von 300 Seiten (...). Seither sind neun Bände über Psalmen erschienen, fünf über das Buch Genesis, vier über Chassidismus, und zu Ostern startet eine Taschenbuchreihe mit jüdischen Anekdoten, Witzen und Erzählungen.

Türen öffnen. Die Bilder von Daniel Lifschitz werden in Europa, Israel und Amerika ausgestellt (derzeit sind Arbeiten von ihm im Peter J. Orth-Haus in Bonn zu sehen), seine Bücher in Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Polen, Deutschland und Brasilien veröffentlicht. Nach Beendigung des Neokatechumenats im Jahr 1995 habe ich mit einer neuen Aktivität begonnen, die mir existentiell als die wichtigste scheint, bekennt Lifschitz: Durch die Katechese, Gesang und Gebet der Psalmen - sie sind der jedem Menschen zugängliche exitentiellste Kern der biblischen Offenbarung - Türen zum Erlebnis des Wortes Gottes zu öffnen. Und Gemeinschaften zu bilden, als Gegenwert zur Vereinzelung des Menschen und zum Diktat des Kommerziellen. In jeder Generation muß die Kirche neu aufgebaut werden - es genügt nicht, daß man Traditionen pflegt.

Mystisches Licht. Über den Zusammenhang von Glauben und Kunst hat Lifschitz seine eigenen Ansichten. Wenn die Menschen nicht mehr glauben, daß Christus existiert hat, ist auch die sakrale Kunst in der Krise. Meiner Meinung nach entsteht sakrale Kunst, wenn der Maler eine Beziehung zum Sakralen hat. Ob er einen Apfel malt oder einen Liebesakt - es strahlt daraus das Sakrale.Er sei jetzt frei geworden, praktisch alle Themen zu malen. Seit zwei Jahren male ich Stilleben und Blumen, neuerdings auch Menschen im Museum oder gar im Restaurant.

Gleich welches Thema Lifschitz wählt, es trägt seine typische Handschrift, die der Kunstkritiker Bernard-Paul Cruchet folgendermaßen sieht: Seit jeher war der Blick von Lifschitz auf das heilige Licht gerichtet. Überall ist dieses Licht, das nie statisch ist; überall sind diese Strahlen, die allem, was sie berühren, die Körperlichkeit nehmen. (...) Es ist als besäße Lifschitz die Gabe, den Geist der Dinge zu offenbaren. Oft auf anrührende, manchmal in aufwühlender Weise. Im Auftrag des Priors der Karmeliten von Palermo hat er drei Bilder zum Thema Edith Stein geschaffen, die im Rahmen einer Edith-Stein-Ausstellung mit Fotos und Dokumenten in Italien zu sehen sind. In sparsamen Formen und Farben, akzentuiert mit Rot, zeigen sie die aus jüdischer Familie stammende Ordensfrau im Konzentrationslager - Lifschitz mystisches Licht wirkt hier beklemmend, trägt den Schimmer des Infernos.

Von Birgit Cremers


GIORNALE DEL POPOLO - Lugano 2002
Grytzko Mascioni su Daniel Lifschitz

La sua morte, avvenuta alcuni giorni fa a Nizza, se l' è annunciata da sé, sul Corriere, con un necrologio uscito ieri mattina: «A cose fatte, Grytzko Mascioni avverte amici e conoscenti di non esserci più. A chi gli ha voluto bene assicura che la vita che si è lasciato alle spalle è stata così ricca e avventurosa che a dispetto di ogni guaio, ostilità o noncuranza, non vale compiangerla». Narratore, poeta, saggista, drammaturgo, pioniere della tv della Svizzera Italiana e dal ' 91 al ' 96 direttore, nei difficili anni della guerra, dell' Istituto italiano di cultura a Zagabria, Grytzko Mascioni aveva lo speciale dono di essere a casa dappertutto: in Svizzera come in Francia, in Germania, in Italia, in Grecia, in Croazia, tra le vallate alpine come nelle isole del Mediterraneo. E' un dono - propiziato e nutrito dalla cultura - che a volte, nell' età adulta, tocca a chi è originario di una terra di frontiera e, magari, in gioventù, si è sentito esule dappertutto, fuori casa in ogni luogo. Perché di frontiera certamente egli era, di Villa di Tirano (dov' era nato nel ' 36) in Valtellina, sul confine con i Grigioni, vissuto poi a Lugano, a Zagabria, a Dubrovnik e a Nizza, chissà se per caso sempre luoghi di cultura mista, lingua doppia e patria un poco incerta. Questa capacità di stare indifferentemente di qua e di là - uomo senza passaporto se non, di volta in volta, quello delle sue letture - costituiva la forza che lo rendeva sereno, fiducioso e, soprattutto, instancabile. Il fittissimo catalogo delle opere non può che dare l' idea di questo particolare tratto della personalità: dal 1953, data dell' esordio, non ha lasciato passare anno senza pubblicare. Scrivere, in senso lato, in quanto ha felicemente praticato ogni genere di scrittura, era il suo mestiere, la sua vita. Da montanaro autentico, si appassionò, come spesso succede, alle terre di mare facendosi adepto della grande cultura ellenica. I suoi libri, forse migliori, - Lo specchio greco, Saffo di Lesbo, La notte di Apollo e La pelle di Socrate - ne sono la testimonianza. Ma sarebbe ingiusto non ricordare Puck, il romanzo sottilmente autobiografico, Dentro la guerra, memorie degli anni trascorsi nell' ex Jugoslavia e Angstbar («Bar della paura»), ultima raccolta di versi appena pubblicata da Aragno. Nel 2000 gli fu assegnato il premio Schiller, il maggior riconoscimento letterario svizzero, che prima di lui era toccato a scrittori come Denis de Rougement, Max Frisch, Friedrich Dürrenmatt. Isabella Bossi Fedrigotti.